Verfasst von: Marcus Hildebrandt | 2. Oktober 2009

Vielfalt und das Darwin Jahr

Liebe Bloggerinnen und Blogger,
als ehemaliger Naturwissenschaftler habe ich mich natürlich mit Freude auf das Darwin Jahr gestürzt und versucht mich auf den neuen Stand im Bereich Evolution zu bringen.

Evolution basisiert auf den beiden Konzepten Vielfalt (Variation) und Selektion und auf dem Konzept von Arten als eine Aufspaltung von Lebewesen, die sich untereinander nicht mehr fortpflanzen können.Bei meiner Lektüre habe ich u.a. gelernt, dass alle Menschen dieser Welt (außerhalb von Afrika) eigentlich auch Afrikaner sind und auf eine Urmutter die sogenannte Mitochondrien EVA zurückzuführen sind.

Eine kleine Gruppe von Menschen aus Afrika hat sich eben irgendwann auf den Weg gemacht,  Afrika zu verlassen… Im Kontext von biologischer Vielfalt bedeutet dies, dass der Genpool der „Menschen in Afrika“ vielfältiger als der der Menschen außerhalb von Afrika ist.

In diesem Kontext stellen sich mir viele Fragen im Kontext unseres Forums Titels – Ressource Vielfalt? Verstehen, erhalten, gestalten – auf die ich keine Antworten habe. Fragen von denen ich nicht einmal weiss ob sie gestellt werden dürfen, ohne gleich in den Verdacht eines  Rassissten zu kommen:

  • Was bedeutet es und welchen Wert hat es, dass die biologische Vielfalt in Afrika auf der Seite der Menschen größer ist als beim Rest der Menschheit –  Ressource Vielfalt?
  • Wieso gibt es nur eine Art von Menschen und so viele Arten von wundervollen Schmetterlingen.
  • Hat die Menschheit anders als alle anderen Tiere schon früh begonnen „Diversity Management“ zu betreiben und sind dies die Folgen – Vielfalt erhalten und gestalten?

Ich würde mich freuen hier auch von Euch zu diesen oder ähnlichen Themen Rückmeldungen zu bekommen und an diesen Fragen gemeinsam zu arbeiten.

Hier noch ein Literaturtup von mir:
Evo Devo: Das neue Bild der Evolution von Sean B. Carroll

Liebe Grüße
Marcus

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Responses

  1. Lieber Marcus,
    danke für Deine Gedanken und die Fakten, die uns in eine nur scheinbar andere Welt entführen.
    Immer wieder schön wie auch herausfordernd, was uns die exakten Wissenschaften da praesentieren: Der erste Mensch – eine Schwarze Frau.
    zwei Antworten bzw. Assoziationen
    1) Deine Gedanken stehen über jedem Rassismusverdacht, denn Rassismus hat immer mit Macht, Ausgrenzung und Unterdrückung zu tun, er arbeitet mit Zuschreibungen, Generalisierungen und falschen Schlüssen.
    „Rassismus, im strengen Sinne des Wortes, erklärt soziale Phänomene anhand pseudowissenschaftlicher Analogieschlüsse aus der Biologie. Als Reaktion auf die egalitären Universalitätsansprüche der Aufklärung versucht er eine scheinbar unantastbare Rechtfertigung sozialer Ungleichheit durch den Bezug auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Kultur, sozialer Status, Begabung und Charakter, Verhalten, etc. gelten als durch die erbbiologische Ausstattung determiniert. Eine vermeintlich natur- oder gottgegebene, hierarchisch-autoritäre Herrschaftsordnung und die daraus gefolgerten Handlungszwänge dienen der Rechtfertigung von Diskriminierung, Ausgrenzung, Unterdrückung, Verfolgung oder Vernichtung von Individuen und Gruppen – sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene. Hautfarbe, Blut und Gene, aber auch Sprache, Religion oder Kultur stabilisieren die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Gruppen und sollen die Vorrangstellung des Eigenen vor dem Fremden sichern.“ Lexikon der Politik nach wikipedia

    2) zum Thema ‚Vielfalt erhalten‘ ebenfalls ein bemerkenswerter Beitrag aus der Wissenschaft: Der Primatenforscher Volker Sommer sagte bei der überaus sehenswerten Sendung „Scobel“ in bezug auf das Überleben der uns so ähnlichen Menschenaffen „der Zug ist längst abgefahren und wir tragen jeden Tag dazu bei.“
    Wie genau, dazu such ich den podcast mal raus. Dann könnt Ihr das hier auch hören.
    Bis dahin
    Herzlich
    Petra

  2. Hallo Marcus, Hallo Petra,
    Ich bin kein Naturwissenschaftler aber ich habe auch ein Interesse für Evolution und was diese mit dm zu tun hat. Statt in den Kategorien „Verstehen, Erhalten und Gestalten“ schlage ich „Verstehen/Wissen, Nachhaltigkeit und Gestalten“ vor. Verstehen und Wissen gehören zusammen. Ohne Wissen kann ich nicht gut verstehen und ohne Verstehen kann ich nicht gut wissen (erkennen). Wenn wir ein breites Spektrum an Möglichkeiten durch unser Verstehen und Wissen zu Verfügung haben, können wir besser einen nachhaltigen Prozess gestalten. Die Auslese kommt wenn wir merken, daß einige Wege dadurch besser sind als andere.
    Einige Praxisformen werden sich als nicht nachhaltig ausgelesen werden. Entscheidungen müssen diesbezüglich getroffen werden und das heißt Management. Entscheidungen per Definition bedeuten Einschliessen und Ausschliessen. Deswegen ist Management so schwer und muß auch eine Wissenschaft werden. Auch deswegen bin ich manchmal mit dem Begriff „Inclusion“ irritiert. Ich verstehe schon was damit gemeint ist, nämlich, daß mehr von den Benachteiligten eingestellt werden müssen und in der Gesellschaft integriert wird. Das ist auch ein Ideal von mir. Es bleibt aber manchmal ziemlich abstrakt wenn ich als Manager konkret eine Entscheidung treffen muss z.B. zw einer jungen deutschen Frau und einen behinderten 60-jährigen alten Mann aus der Turkei.
    Schön daß Ihr das Thema angesprochen habt.
    Gruss, Stephen


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